Geschichte der Karten

Diese Karten habe ich entwickelt, um mit Schülerinnen und Schülern am Thema „Gefühle“ zu arbeiten. 1996 hatte ich in einer vierten Klasse nach unterschiedlichen Gefühlen gefragt und nur „cool“ und „uncool“ als Antwort erhalten. Damit die Kinder eine Anregung hatten, mehr und differenziertere Gefühle anzusprechen bat ich meinen Sohn Christian, das Comic-Monsterchen, das er als 13jähriger für mich gezeichnet hatte, mit unterschiedlichen Gefühlszuständen darzustellen.

Erste Generation in Schwarz-Weiß

Mit Hilfe dieser „ersten Edition“ der Gefühlsmonster-Karten in schwarz-weiß konnten Kinder Gefühle sofort differenziert benennen. Weil mir die Karten so gut gefielen, verwendete ich sie auch in meinen Fortbildungen. Ich legte sie in der Mitte aus, bevor ich mit den Themen Gewaltfreie Kommunikation oder Umgang mit Gefühlen in der Mediation begann. Die Atmosphäre, die sich dadurch ergab, dass alle erst einmal die Karten anschauten und über die Darstellungen lachten, war sehr unterstützend für die folgenden Gespräche.

Ich wurde immer wieder gefragt, ob wir die Karten auch verkaufen. Mein Sohn begann, die „Gefühlsmonster“ digital zu zeichnen und ich dachte darüber nach, welchem Verlag ich sie anbieten wollte. Zum Schluss entschieden wir uns, die Karten selbst zu verlegen und zu verkaufen. Es begann eine längere Phase der Entwicklung, in der uns Kolleginnen und Freunde mit ihrem Feedback unterstützt haben – ihnen allen herzlichen Dank! An dieser Stelle meinen respektvollen Dank an Marshall Rosenberg, dessen Konzept „Gefühle sind Kinder der Bedürfnisse“ für mich eine wesentliche Grundlage der Mediation und des Umgangs mit Unterschieden überhaupt geworden ist. Die Arbeit mit der Gewaltfreien Kommunikation war der zweite Auslöser dafür, diese Gefühlskarten zu entwickeln!

Ein paar Erkenntnisse aus der Zeit der Entwicklung:

  • Die Darstellungen „schwieriger“, „negativer“ Gefühle bringen eher zum Lachen als die der „positiven“.
  • Es gibt Gesichtsausdrücke, die zu sehr vielen „Gefühlswörtern“ passen, wie zum Beispiel ärgerlich, misstrauisch, schlechtgelaunt, missmutig, enttäuscht, frustriert, trotzig. Oder ruhig, vertrauensvoll, ausgeglichen, gut gelaunt, behaglich, sorglos, gelassen, entspannt.
  • Andere, wie z.B. verzweifelt lassen sich höchstens noch als am Boden zerstört benennen. Oder gelangweilt als müde.
  • Gefühle wie entspannt, glücklich, selbstbewusst sind schwieriger darzustellen als Gefühle wie gelangweilt, begeistert, ärgerlich.

Irgendwann hat dann die Druckerei unsere Überlegungen, wie viele „Gefühlsmonster“ wir herausgeben möchten, erleichtert: 18 Karten war genau die Menge, die sich ohne Materialverschwendung drucken liess.

Die Zweite Generation der Gefühlsmonster

Die zweite Edition (November 2007)  umfasste nach dem Feedback unserer Kunden 24 Karten. Mehr positive Gefühle, davon einige, die man unterschiedlich deuten kann – und die „cool-Karte“, die wir in der ersten Edition aus Platzgründen nicht aufnehmen konnten.

Die Karten ab jetzt in drei Formaten: im Postkartenformat wie bisher, in DIN A4 zum Selbst-Laminieren für die Anwendung mit größeren Gruppen und im Visitenkartenformat zur Arbeit am Tisch.

Die Karten und der Name Gefühlsmonster wurden urheberrechtlich geschützt.

2009 kam die Nummerierung der Karten hinzu, die das Dokumentieren von ausgewählten Karten erleichtert, 2010 wählten wir statt der ursprünglichen blauen jetzt anthrazitfarbene Mappen mit eingeprägtem Gefühlsmonster-Logo. Die Zusammenarbeit mit der umweltfreundlichen Bürofirma memo besteht von Anfang bis heute, erfreulicherweise immer noch mit der gleichen Ansprechpartnerin, die uns nach Kräften bei der Entwicklung der Gefühlsmonster-Boxen unterstützt.

2012 entstand dann das (vorerst letzte) Monster Nummer 25.

Nr. 25
Nr. 25